Was haben Gehirn und HR Management miteinander zu tun?

Karin Stauder

14. 02. 2017
Lesezeit: 3 Minuten

Auf den ersten Blick vielleicht noch wenig. Und auf den Zweiten? Human Resources Management (HRM) wird als Teil der Unternehmenspolitik betrachtet. Die Entfaltung des Potentials der Mitarbeiter, die Sicherstellung ausreichender Spezialisten und Personal in den entsprechenden Abteilungen, die Entwicklung von Knowhow und die Imagepflege des Unternehmens zählen zu den Aufgaben dieses Bereiches.

Potential zu entfalten, Knowhow zu generieren und eine positive Außensicht des Unternehmens zu entwickeln sind alles Aufgaben, die sehr nahe am Menschen, genauer, am Mitarbeiter stattfinden. Hier liegt auch die oben erwähnte Verbindung zur Hirnforschung. Wer mit Menschen arbeitet, darf wissen, wie sie ticken.

So ticken wir: Vier Prinzipien bestimmen unser Denken

Neurobiologisch „tickt“ der Mensch nach vier psychischen Grundbedürfnissen, die er ständig zu erfüllen bestrebt ist. Wir empfinden ein Bedürfnis nach Bindung, nach Orientierung & Kontrolle unseres Bereiches, nach Selbstwertschutz & -erhöhung und nach Lustgewinn & Vermeidung von Unlust. Diese vier Prinzipien bestimmen unser Denken, die Steuerung erfolgt großteils unbewusst.

All dieses Wissen ist hilfreich, wenn Mitarbeiterentwicklung sinnvoll und nachhaltig erfolgen soll. Menschen entwickeln sich nur weiter, wenn ihre innere – die sogenannte intrinsische – Motivation ihren Sinn und Zweck erfüllt. Wir wissen aus der Motivationsforschung, dass Bonifikation in welcher Form auch immer, bedingte und vor allem kurzfristige Wirkung erzielt. Dies in den Vorbereitungen der betrieblichen Maßnahmen und Interventionen im HR Bereich zu berücksichtigen und einfließen zu lassen, ist sinnvoll und sichert nachhaltigen Erfolg.

Fördern und fordern

Mitarbeiter brauchen konstante Bezugspersonen im Unternehmen, die sie fördern und fordern, die aber auch Ansprechpartner im betrieblichen Kontext sind. Mitarbeiter benötigen Freiraum für ihren eigenen Bereich, verlangen nach Verantwortlichkeit und Zuständigkeiten.

Sie möchten in Prozesse eingebunden sein und mitdenken. Natürlich gibt es auch immer Ausnahmen. Das allerdings ist eine andere Geschichte, die sich ebenfalls neurobiologisch erklären lässt.

Fühlen sich die Mitarbeiter verstanden, persönlich wahrgenommen und gehört, sind sie gerne bereit, Zeit, Energie und Kapital in ihre Entwicklung zu investieren. Anweisungen und Vorgaben, die ihnen nicht entsprechen, wirken diesem Entwicklungswillen entgegen.

Motivierte Mitarbeiter vertreten das Unternehmen, also ihren Arbeitgeber, gerne und positiv nach außen.

Zudem spezialisieren sich Mitarbeiter engagierter in bestimmten Bereichen, wenn sie den Sinn und die Richtung, die Vision und die Mission des Unternehmens verstanden und verinnerlicht haben. Sie haben ihren Wert und ihre Rolle im Unternehmen definiert, weil die Unternehmensführung Wert auf ausreichend Information legt und somit Orientierung und Bindung schafft.

Schlussendlich kann das Wissen der jüngeren Hirnforschung also die Bestrebungen des HRM unterstützen und für ein nachhaltiges Konzept der Mitarbeiter-Entwicklung sorgen.

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