Sind Sie die geborene Führungskraft? Der etwas andere Einstufungstest.

Birgit Hauser

21. 03. 2017
Lesezeit: 5 Minuten

Führung ist nicht nur eine Sache der fachlichen Kompetenz, sondern auch der sozialen Kompetenz. Am Ende ist also alles Beziehungsarbeit – auf verbaler ebenso wie auf nonverbaler Ebene. Doch ob eine Person wirklich zum Tragen von großer Verantwortung geeignet ist und mit gutem Beispiel voran gehen kann oder nicht, zeigt sich vor allem dann, wenn schnelle Entscheidungen gefordert sind.

Und da wir davon ausgehen, dass Sie als HR-Profi mit wissenschaftlichen Tests zum Evaluieren der besten Führungskräfte ausreichend vertraut sind, haben wir bewusst einmal eine andere Richtung eingeschlagen. Dazu haben wir unseren eigenen kleinen experimentellen Test entwickelt, der mit einigen typischen Situationen arbeitet, mit denen Führungskräfte in ihrem Alltag laufend konfrontiert sind.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß! Und vielleicht inspiriert Sie unser Test ja dazu, auch selbst einen für Ihre HR-Maßnahmen und Personalentwicklungsgespräche auf Basis Ihrer eigenen Expertise aufzubauen. 

Frage 1

Ein Meeting in größerer Runde steht an. Sie wollen die Besprechung nun starten und sich über dem Gemurmel der Anwesenden Gehör verschaffen: Was machen Sie?

  • Ich bitte höflich um Ruhe und Aufmerksamkeit.

  • Ich stelle mich vor die Anwesenden, schaue jeden an und nach kurzer Zeit ist Ruhe im Auditorium.

  • Wenn ich den Raum betrete, schweigen ohnehin alle vor Respekt.

Frage 2

Morgen steht ein wichtiger Termin an, für den noch einiges vorzubereiten war. Sie haben die Aufgaben verteilt und wollen am Vorabend die Ergebnisse dieser Vorbereitungen sehen. Einer Ihrer Mitarbeiter hat aber seine Hausaufgaben nicht gemacht. Sie reagieren ...

  • mit Unmut. Das heißt Nachtschicht für den Faulpelz.

  • gelassen und halten den Mitarbeiter an, er möge die Fertigstellung seines Teils gleich morgen Früh erledigen.

  • mit einer nachdrücklichen Ermahnung des Mitarbeiters, dass dies keinesfalls noch einmal vorkommen dürfe, suchen aber gleichzeitig nach einer Lösung, damit noch alles pünktlich fertig wird.

Frage 3

Es ist wieder Zeit, Mitarbeitergespräche zu führen. Wie gehen Sie diese üblicherweise an?

  • Mein Ziel ist, stets eine wertschätzende Atmosphäre zu schaffen, wo sowohl über die Anliegen des jeweiligen Mitarbeiters gesprochen werden kann, als auch darüber, wohin sich dieser auf Basis seiner Fähigkeiten und seiner bisherigen Leistungen im Unternehmen zukünftig hin entwickeln kann.

  • Bei mir laufen diese Gespräche immer ganz entspannt ab, schließlich kenne ich meine Mitarbeiter alle sehr gut und wir besprechen verschiedene Themen auch gerne mal beim After-Work-Bier.

  • Kurz und bündig, ich gebe Feedback auf die Leistung.

Frage 4

Die Planung des alljährlichen Betriebs-/Abteilungsausflugs steht an. Wo soll es hingehen? Was wird gemacht?

  • Ich erstelle eine Doodle-Liste mit verschiedenen Orten bzw. Aktivitätsmöglichkeiten und wir entscheiden demokratisch, was gemacht wird.

  • Ich übertrage die gesamte Planung meiner Assistentin. Aber wehe, wenn mir ihre Auswahl nicht gefällt ...

  • Ich stelle ein Komitee für den Ausflug zusammen, das die Planung auf Basis eines festgelegten Budgets übernehmen soll und Vorschläge sammelt. Wo es hingeht und was unternommen wird, ist letztendlich aber meine Entscheidung.

Frage 5

Präsentation bei einem Ihrer wichtigsten Kunden. Welchen Part übernehmen Sie?

  • Es ist mein wichtigster Kunde, da präsentiere ich natürlich alles selbst.

  • Wenn meine Mitarbeiter die Präsentation selbstständig ohne mich erarbeitet haben und die Arbeit von mir abgesegnet wurde, bleibe ich bei der Präsentation im Hintergrund. Die Beteiligten präsentieren.

  • Die heikelsten Inhalte übernehme selbstverständlich ich, die Experten meines Teams tragen ihren Teil großteils selbst vor. Sollten Fragen auftreten, beantworte diese vorrangig ich.

Frage 6

Morgens um 8 Uhr im Büro. Der übliche Start in den Tag:

  • Abgesehen von unserer Office-Perle am Empfang ist noch keiner da.

  • Ich bin schon seit spätestens 7 Uhr im Büro und habe die Joblisten auf aktuellen Stand gebracht. Wenn um 8 Uhr die ersten Mitarbeiter eintrudeln bekommen sie von mir die Anweisungen für den Tag.

  • Ich komme erst gegen 9 Uhr, wenn schon alle da sind. Schließlich sollen ja alle wissen, dass ich jetzt im Büro bin.

Um die Auswertung zu starten müssen zuerst alle Fragen beantwortet werden.

Checker

Gratulation, Sie haben´s raus! Sie sind geboren, um zu führen. Sie haben den Blick fürs große Ganze, ohne die Details aus den Augen zu verlieren und pflegen obendrein eine gute Kommunikationskultur mit Ihren Mitarbeitern und Kunden.
Weiter so!

Softie

Sie sind der beste Kumpel Ihrer Mitarbeiter, ein Chef, mit dem man immer über alles reden kann. Aber: Können Sie sich auch den gebührenden Respekt verschaffen, wenn es darauf ankommt? Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern durch bestimmtes Auftreten ruhig öfter, wer hier der Boss ist!

Hardliner

Sie machen Ihren Mitarbeitern ja ordentlich Dampf! Einen Gang zurückschalten, würde sowohl Ihnen als auch Ihren Mitarbeitern guttun. Den Respekt Ihrer Truppe haben Sie ja schon, zeigen Sie Ihnen aber auch Ihre Social Skills. So schaffen Sie ein entspannteres Verhältnis im gesamten Teamgefüge.

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