Beziehungs/Weise

Es lebe die Produktivität!

Petra Mascher

02. 11. 2016
Lesezeit: 2 Minuten

Also mal ganz ehrlich: Wie viel Stunden am Tag können Sie so richtig produktiv arbeiten? Acht ... zehn ... noch mehr? Gratuliere! Meinen Sie das ernst?

Sind Sie wirklich sicher, dass Sie in dieser Zeitspanne durchgängig die volle Konzentration liefern und dabei keine Fehler machen. Wenn ja, mein Kompliment! Ich weiß, dass es solche Menschen gibt, aber sie sind die Ausnahme und es ist auch keine Schande, nicht dazu zu zählen. Und doch wird uns in unserer modernen Arbeitswelt sehr oft suggeriert, dass dies die Normalität sei. Mit teilweise fatalen Folgen ...

Und jetzt kommt es, mein Geständnis: Ich kann maximal sechs Stunden pro Tag wirklich konzentriert arbeiten. Alle organisatorischen Dinge die ich so zu erledigen habe zähle ich da nicht dazu. Also wohlgemerkt: so richtig (geistig) produktiv! Ich bin Konzeptionistin und Texterin, das heißt ich strapaziere meine Gehirnwindungen ordentlich.

Ich hatte diesbezüglich immer ein schlechtes Gewissen. Geht wirklich nicht mehr? Bis ich einmal in einem Buch eine Beschreibung des Arbeitsalltags eines bedeutenden deutschen Schriftstellers – ich denke es war Thomas Mann – las ...

Und siehe da: wenn ich die produktiven Zeiten seines Arbeitsalltags zusammenzählte kam ich auf sechs Stunden. Und diese spulte er tagtäglich ziemlich diszipliniert herunter. So ein Aha-Erlebnis! Also ich will mich ja nicht was meinen Output betrifft auf eine Stufe mit diesem großartigen Autor stellen, aber seither ist mir leichter.

Fazit: Ich stelle hier einmal die These auf, dass die meisten Fulltime-Jobs oder NoLimit-Jobs auch in weniger Zeit zu erledigen wären, wenn die Rahmenbedingungen dazu stimmen.

Also ein entsprechender Arbeitsplatz – Kommunikation ist gut aber manchmal ist Ruhe besser – keine sinnlosen Meetings in denen man nur seine Zeit absitzt und ein gut eingespieltes Team. So und nun überlegen Sie einmal, wie diese Faktoren Ihre Arbeit beeinflussen und wie viel Produktivität überbleibt, wenn Sie „verplemperte“ Zeit – die ja meist der durchaus sinnvollen Kommunikation dient – abziehen. Ein Gedankenexperiment, das Sie ja gerne auch mit Ihren Mitarbeitern durchführen können.

... ach ja, und ich weiß schon, dass es bei der Arbeit nicht nur um Produktivität geht, aber das ist eine andere Geschichte...

 

Meine Beiträge sind meine ganz persönliche Meinung. Ihre kritische Auseinandersetzung damit ist jederzeit erwünscht: p.mascher@heidlmair.at

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