Auf das Pferd gekommen

Matthias Knaus

11. 07. 2017

Sie kennen das: Viele Mitarbeiter suchen klammheimlich das Weite, wenn das Thema Persönlichkeitsentwicklung ansteht. Keiner hat Lust auf langwierige Feedback-Runden, in denen man sich gegenseitig Feedback zum Feedback-Geben gibt und sich ja doch nur alle gegenseitig Bauchpinseln.

Oder aber es wird vom Trainer auf Wunsch eines Vorgesetzten solange an der Schraube „Reizthemen“ gedreht, bis es irgendwann endlich eskaliert, um dann in vorbildhafter Manier allen Beteiligen gewaltfreie Kommunikation & Konfliktlösung näher zu bringen.

Bitte nicht falsch verstehen!

Verstehen Sie mich nicht falsch: Jeder Trainer und jede Methode haben seine/ihre Berechtigung. Es gibt für jedes Konzept den richtigen Kunden. Da aktuell der Markt recht gut gefüllt ist und viele Mitarbeiter schon unterschiedlichste Erfahrungen mit Trainings gesammelt haben, ist man als Führungskraft also durchaus gefordert. Man will seinen Mitarbeitern etwas Neues bieten, sie wieder neugierig machen und aus der Komfortzone locken.

Wie überall in der Trainings- & Bildungswelt führt Monotonie und Einheitsbrei zu Abstumpfung. Ein neuer Coach mit gleichem Inhalt holt seine Teilnehmer also nur bedingt aus der Reserve. Ebenso wie kaum ein Mitarbeiter nach einiger Zeit beim selben Coach – egal bei welchem Thema – noch recht konzentriert bei der Sache ist.

Haben Sie schon mal von einem Pferd Feedback erhalten?!

Feedback von einem Pferd zu erhalten: Für manch einen wohl kaum vorstellbar! „Wie soll das gehen, wo ein Pferd doch nicht sprechen kann?“, werden Sie fragen. Pferde kommunizieren untereinander ausschließlich durch Körpersprache. Wiehern hören Sie ein Pferd nur, wenn es einen oder mehrere seiner Artgenossen nicht mehr sieht. Es kann also die Körpersprache der anderen lesen und selbst durch Bewegungen, Reaktionen oder Gesten reagieren. Ebenso liest ein Pferd die Körpersprache der Menschen und reagiert dabei schon auf Muskelspannungen, die wir mit freiem Auge noch gar nicht sehen.

Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich mit einem Pferd gemeinsam im einem eingezäunten Bereich (das kann ein Viereck sein oder ein runder Reitplatz, der sogenannte „RoundPen“). Ihre Aufgabe lautet nun

„Bringen Sie das Pferd dazu Ihnen zu folgen. Sie dürfen dazu am Führstrick ziehen, dem Pferd aber weder ins Halfter greifen, noch an Körperteilen des Pferdes ziehen.“

Das Pferd kann nun entweder mit Ihnen mitgehen, also folgen, stehenbleiben oder seiner eigenen Wege gehen. Das ist das Feedback des Pferdes. Ohne Schnick-Schnack, ohne Ausreden – Ja, Nein oder Mir egal. Und dabei ist es dem Pferd völlig egal, ob sie es anschreien, ihm zuflüstern, oder einfach gar nicht sprechen.

Pferde reagieren unvoreingenommen, ehrlich und wertfrei

Das Feedback eines Pferdes ist völlig wertfrei. Es bewegt sich nur einfach nicht von der Stelle. Es wird Ihnen nicht erklären, dass es beleidigt ist, weil Sie es angeschrien haben, oder nicht gehen kann, weil Sie vielleicht im Weg stehen. Eine kleine Veränderung des eigenen Verhaltens, oder der eigenen Einstellung (was maßgeblich die Körperspannung beeinflusst) kann dann dazu führen, dass Ihnen das Pferd willig folgt oder gar einen von Ihnen vorgegebenen Weg vor Ihnen vorausgeht.

Pferde sind völlig unvoreingenommen. Wenn Sie also an eine gescheiterte Aufgabe neu herangehen, vergisst das Pferd die vorher gescheiterten Versuche. Vermitteln Sie ihm glaubhaft, dass Sie die Führungsrolle kompetent und umsichtig übernehmen, wird es Ihnen folgen.

Es wird Ihnen nicht vorhalten, dass es zuerst viermal nicht funktioniert hat. Es reagiert nur im Jetzt.

Wozu brauche ich dann einen Trainer

Der Trainer legt vorab mit Ihnen gemeinsam das Konzept des Trainings fest. Worum geht es in Ihrem Unternehmen oder Team. Was wollen Sie erreichen – welche Bereiche verbessern.

  • Gibt es unter Ihren Mitarbeitern Unstimmigkeiten in der Rollenverteilung?
  • Werden Grenzen nicht klar gesetzt und/oder eingehalten?
  • Brauchen einzelne Personen Förderung in ihren Führungsqualitäten?
  • Haben Sie Kommunikationsstörungen an einzelnen Schnittstellen zwischen den Abteilungen?

Ihre Anforderungen bestimmten, welchen Übungen der Trainer auswählt. Als Außenstehender hat er einen besseren Überblick und gibt gezielte Inputs, um als Teilnehmer seine Position oder Herangehensweise so anzupassen, dass die Übungen gelingen. Für den Lerneffekt ist es dann oft nicht einmal mehr notwendig als Trainer Feedback zu geben, sondern nur noch den Teilnehmer selbst reflektieren zu lassen.

Probieren Sie es doch selbst aus!

Interessierte und Neugierige laden wir herzlich ein, diese Art des Trainings unverbindlich selbst auszuprobieren. Mit spannenden Erlebnis-Übungen locken wir die Teilnehmer aus ihren Komfortzonen und zeigen, dass Feedback von Pferden viel bewirken kann. Damit sich selbst weiter zu entwickeln richtig Spaß macht – der Führungskraft UND dem Team. Unsere nächste Info-Veranstaltung findet am 13. Juni in Altenhof statt. Details finden Sie auf unserer Webseite.

ACHTUNG: Bei einem pferdegestützten Training geht es dennoch IMMER um SIE, nicht um die Tiere!

Anfragen gerne unter +43 660 42 48 248, info@shtt.at und natürlich, wenn wir uns persönlich begegnen.